Kolumbien / Isla Fuerte

Frei nach dem Motto „In Kolumbien fährt immer irgendwas irgendwohin!“ machen wir uns sehr früh am Morgen auf den Weg zu der Insel, die keiner kennt und hangeln uns von Provinzhauptstadt zu Provinzhauptstadt -wahlweise mit einem Schnellboot, einem Sammeltaxi, einem Bus, Motorrad-Taxis u.ä. (Für die, die es genauer wissen wollen, unsere Stationen waren: Mompox – Bodega -Magangué – Sincelejo – Lorica -Paso Nuevo)

Nach ca. sieben Stunden erreichen wir so schon am frühen Abend unsere nächste Unterkunft an der karibischen Küste in der Region Córdoba.
Perfekt! Nichts los. Wir sind die einzigen Gäste, haben einen schönen Blick aufs Meer, es weht immer eine frische Brise und unser direkter (und ebenfalls einziger) Nachbar betreibt eine kleine Strandbar! Wir beschließen, ein paar Tage zu bleiben, bevor wir zur Isla Fuerte übersetzen.

Unsere Gastgeber sind sehr freundlich und bereiten abends typisch karibische Küstengerichte zu: gegrillter Fisch mit patacónes (frittierte Fladen aus grünen Kochbananen) oder Maniok und Kokosreis. Zu Trinken gibt es agua de panela (Wasser mit unraffiniertem Rohrzucker) bzw. jugo con agua (Fruchtsaft mit Wasser).

Anschließend gehen wir zum Nachbarn, trinken eisgekühlten Rum, hören Cumbia und schauen auf´s Meer.

Zufälligerweise ergibt sich die Gelegenheit, mit dem Kanu durch die angrenzenden Mangrovenwälder zu paddeln und die Gegend etwas anzuschauen.

Am nächsten Tag, einem Donnerstag, setzen wir zur Isla Fuerte über. Das Holzboot macht allerdings keinen besonders vertrauenserweckenden Eindruck.

Auch der Motor schwächelt und fällt auf halber Strecke ganz aus. Eigentlich soll die Überfahrt 30 Minuten dauern, aber aufgrund der hohen Wellen und unseres Umkehrmanövers samt Bootswechsel, dauert die Fahrt mindestens dreimal so lang. Der Motor des zweiten Bootes ist stärker, aber die See ist rau und wirft uns ziemlich heftig hin und her. Wenigstens hat das Wasser Badewannen-Temperatur.
Klatschnass kommen wir auf der Insel an und trocknen zuerst einmal unsere wichtigsten Sachen… (dabei stellen wir fest, dass wir blöderweise unsere Reisepässe und Flugtickets in der Nachtischschublade unserer vorherigen Unterkunft vergessen haben…- was absolut dem südamerikanischem Vorurteil des gut organisierten Deutschen widerspricht…)

Diesmal beziehen wir in einer familiär geführten Herberge ein Zimmer mit Wänden aus Brettern & Palmdach + Gemeinschaftsbad im Erdgeschoss. Der einzige Luxus hier ist ein großer Ventilator (den man bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von 29 Grad auch dringend braucht!).

Vor unserem Zimmer auf einer kleinen Veranda sind Hängematten aufgespannt auf denen wir dösend im Schatten schaukeln und das Dorfleben beobachten können. Die Insel wirkt sehr beschaulich:
Hühner scharren im Staub, ab und zu klingelt ein Fahrrad (Autos gibt es hier nicht), Frauen balancieren große Schalen mit Obst auf dem Kopf, Kinder spielen auf dem Weg, gegenüber wird an einem Straßenstand irgendwas frittiert…

So haben wir uns die Karibik vorgestellt! Alles sehr gechillt.

Plötzlich taucht auf dem schmalen Weg vor unserer Unterkunft ein Mann mit Megaphon auf und verkündet lauthals, dass heute auf dem Marktplatz Kondome verteilt werden – man hört ihn durchs ganze Dorf. Sehr merkwürdig. (Im Nachhinein erfahren wir, dass einmal pro Jahr ein medizinischer Dienst die Insel besucht, um die Inselbewohner zu impfen bzw. Medikamente und andere wichtige Dinge (z.B. Kondome) zu verteilen.)

Am Nachmittag bekommen wir die erste Gelegenheit zum Schnorcheln. Dank des Korallenplateaus auf dem die Insel sich befindet kann man das hier sehr gut.

Abends liegen wir mit einem Gläschen Rum in der Hand in unseren Hängematten und schauen den Sternenhimmel an. Es ist friedlich und still auf der kleinen Insel. Was wir nicht wissen- es ist die Stille vor dem Sturm…

Am nächsten Tag stehen wir früh auf, um die Insel ( ca. 3 qkm) zu erkunden.
Über Trampelpfade bzw. schmale, schattige Hohlwege erkunden wir das Inselinnere. Eine Inselsehenswürdigkeit ist ein 600 Jahre alter Kapokbaum, genannt „La Bonga“, eine andere ist ein 150 Jahre alter „Stinkbaum“ namens TunTun. Klopft man an seine Brettwurzeln, soll weithin ein „tun tun“ ertönen. Außerdem gibt es noch einen alten Ficus, der kathedralengleich wuchert, die ein oder andere schöne Bucht und eine ehemalige Piratenhöhle, die mittlerweile von Fledermäusen bewohnt wird.

Versteck Nr.134: gut getarntes Faultier

Auf dem Weg zurück zum Hafen durchqueren wir wieder das Dorf. Vor vielen Häusern sind jetzt große Lautsprechertürme aufgebaut, Tische werden gedeckt und auf den Straßen ist geschäftiges Treiben. Als wir zu unserer Unterkunft gelangen, ist offensichtlich , dass sich das Dorf merklich mit Besuchern gefüllt hat. Waren wir bisher die einzigen Gäste bei Rafael & Lilli, ist mittlerweile jedes Zimmer belegt.

Direkt neben uns wohnen jetzt Alberto und Andres aus Medellin. Beim gemeinsamen Abendessen erzählen sie uns, dass die Insel in Medellin zum Feiern sehr beliebt ist. Und da dieses Wochenende sogar ein langes Wochenende ist… – das erklärt die Lautsprechertürme und wir ahnen schon, dass während der nächsten Tage südamerikanisch, d.h. richtig laut und ausgelassen, gefeiert wird.

Ja, und genauso war es.
Die Boxen im ganzen Dorf wurden bis zum Anschlag aufgedreht (natürlich jede mit anderer Musik), so dass mehrfach die Generatoren (und damit leider auch die Ventilatoren) ausfielen und Aguardiente (Feuerwasser) und Rum floss in Strömen.

La noche no es para dormir (Die Nacht ist nicht zum Schlafen da )!

Kolumbien / Östliches Hochland

Nordöstlich von Bogotá bildet die Ostkordillere das zerklüftete Rückgrat zwischen dem tropischen Tiefland der Llanos im Osten und dem breiten Becken des Rio Magdalena im Westen.
Unser Weg führt uns über viele Serpentinen bis in die Region Santander. Das nach dem Unabhängigkeitshelden Francisco de Paula Santander benannte Departamento ist mit seinen steilen Gipfeln und tief eingeschnittenen Flusstälern eine der bergigsten Regionen Kolumbiens.

Die kulinarische Spezialität dieser Region sind geröstete Ameisen (Hormigas Culonas), die überall an den Straßenrändern und an den Mautstellen angeboten werden.

Wir landen in San Gil, dem Zentrum des aufblühenden Abenteuersports.
Auf einem märchenhaften Stellplatz, unter mit Bartflechten behangenen Bäumen, übernachten wir am Ufer des Rio Fonce.

 

Am nächsten Tag wollen wir Kanu fahren, finden aber nur Rafting-Anbieter – auf reißerische Wasser-Achterbahnfahrten haben wir (und speziell ich!) allerdings gar keine Lust. Ein normales Kanu ist trotz längerer Suche nirgends aufzutreiben.
Aber die Lust mal wieder auf´s Wasser zu gehen siegt und da wir an diesem Tag die einzigen Kunden sind, vereinbaren wir letztendlich mit einer der vielzähligen Rafting-Agenturen ausdrücklich, dass wir eine ruhige Tour machen wollen. Sprich eine „Rentnertour“, ohne Action, gaaaaaanz gemütlich den Fluss entlang paddeln und die Landschaft anschauen. Halt so, wie beim Kanufahren.
Ok, kein Problem!

Es fängt damit an, dass wir kein Kanu, sondern so ein komisches Gummi-Raftingboot bekommen und uns ein jung dynamischer Begleiter zur Seite gestellt wird. Bei den Trockenübungen am Flussufer merke ich schnell, dass ich selbst an Land auf dem unbequemen dicken Rand des Bootes überhaupt nicht stabil sitzen und gleichzeitig paddeln kann. Was soll das nur werden, wenn sich das Boot bewegt? Und der Rio Fonce führt momentan ziemlich viel Wasser und schlägt schon ohne Stromschnellen ordentlich Wellen. Ich melde meine Bedenken an. Die Antwort: Si, si. No problema! No se preocupe! (Keine Sorge!)

Von wegen „no problema“ – irgendwas scheint bei der Kommunikation von Anfang an grundlegend schief gelaufen zu sein.

Unser Begleiter manövriert uns bereits 200 m nach dem Start so in die erste Stromschnelle hinein, dass das Boot heftig zur Seite schlägt, ich das Gleichgewicht verliere, auf Burkhard stürze und wir beide dadurch im hohen Bogen ins Wasser fliegen.
Danach herrscht gefühltes Chaos – ich habe die Orientierung verloren, sehe nur noch Wasser und Felsen, tauche kurz auf, schnappe nach Luft, die Strömung zieht mich mit, werde erneut untergetaucht, schlucke Wasser, die Wellen schlagen über mir zusammen… dann sehe ich irgendwann Burkhard, er packt mich an meiner Rettungsweste und zieht mich sicher zum Boot zurück, das jetzt auch wieder in Reichweite ist.
Nach dieser Aktion sitzt mir der Schreck so tief in den Knochen, dass ich mich weigere, mich noch einmal auf diesen beschissenen Gummibootrand zu setzen, um weiter zu paddeln. (Wahrscheinlich hat der Zwischenfall vom Ufer aus total harmlos ausgesehen…) Also paddeln nur noch die zwei Männer weiter, während ich vor mich hin schimpfend in der Mitte des Bootes sitze und am liebsten direkt an Land gehen würde.

Tja. Dummerweise hat die Fahrt auf dem Fluss hat ja erst angefangen und die „besten“ Stromschnellen liegen noch vor uns… – na toll!
Unser jung dynamischer Begleiter versucht mich aufzumuntern und mir die Angst zu nehmen, indem er vor jeder Stromschnelle johlt und die Arme freudig hochwirft – am liebsten würde ich ihn im Fluss versenken!
Nach einer Stunde (die mir wie eine Ewigkeit vorkommt) kommen wir (ohne weitere Zwischenfälle) am Ufer an und können endlich aussteigen. Ich hasse Rafting!
(Im Nachhinein hätte uns schon das Werbevideo des Anbieters misstrauisch werden lassen müssen: man sieht ein vollbeladenes Boot schnell durch wild aufgeschäumtes Wasser fahren und im nächsten Moment fliegen alle Touristen ins Wasser.)

Auf dem Landweg geht es am folgenden Tag weiter. 20 km von San Gil entfernt liegt Barichara.
Dieser schmucke kleine Bergort, der sich an den Hang des Canyon Rio Suarez schmiegt, gilt als Kolumbiens schönstes Kolonialdorf und ist seit 1978 Nationaldenkmal.

Von unserem nächsten Campingplatz, der am Rande des des „Canon de Chicamoya“, dem tiefsten Canyon Kolumbiens liegt, haben wir einen tollen Blick ins Tal und auf die „Mesa de los Santos“.

Hier bleiben wir ein paar Tage, schauen uns die kleine Kaffeeplantage an, zu der der Stellplatz gehört und genießen die angenehmen Temperaturen, bevor es ins heiße karibische Tiefland weitergeht.

 

Kolumbien / Karibisches Tiefland

Wir fahren über steile Serpentinen den Canon de Chicamocha hinab bis nach Bucaramanga.

Die Temperaturen steigen mit jedem fallenden Höhenmeter ordentlich an. Nach einem kurzen Zwischenstopp geht es weiter ins karibische Tiefland nach Aracataca.

Aracataca – dieses verschlafene karibische Dorf ist Geburtsort des berühmten Nobelpreisträgers Gabriel Garcia Marquez und hat viele seiner Bücher inspiriert.

Es ist sehr heiß und drückend schwül. Die meisten Einwohner sitzen auf ihrer Veranda, hören ohrenbetäubend laut Musik und schaukeln in ihren geflochtenen Schaukelstühlen vor sich hin. Mitten durch das Dorf führt eine Eisenbahnlinie. Alle halbe Stunde rattert hier ein langer Güterzug mit Kohlen entlang – allerdings ohne jemals am Bahnhof anzuhalten. Die Eisenbahnstrecke ist ein Überbleibsel der United Fruit Company, die zu Beginn des letzen Jahrhunderts in dieser Gegend mit ihren Bananenplantagen Hauptarbeitgeber war.

 

Im Ort gibt es eine Gabriel Garcia Marquez Gedenktafel, ein entsprechendes Museum (leider geschlossen) und ein vom Reiseführer empfohlenes Hotel (leider ebenfalls geschlossen).

 

Frei zu campen ist uns in dieser Gegend etwas zu heikel, aber nach längerer Suche entdecken wir am Dorfrand doch noch ein Gebäude, das aussieht wie ein Hotel. Es gibt hier einen Innenhof, wo wir unser Auto sicher parken könnten. Wir fahren vor, fragen nach und erfahren, dass das Hotel ein Motel ist und Zimmer stundenweise gebucht werden können – eine ganze Nacht wäre aber auch möglich. Wir entschließen uns zu bleiben, machen uns ein kühles Bier auf, setzen uns im Hof unter einen Mangobaum und beobachten das bunte Treiben um uns herum.

Motels sind in Südamerika weit verbreitet. Da die meisten jungen Erwachsenen noch bei ihren Eltern leben ist das Motel der einzige Ort, um sich ungestört mit seiner/seinem Liebsten zu treffen.
Auch bei außerehelichen Affären steht das Motel hoch im Kurs. Deshalb ist Diskretion hier das Wichtigste: zu jedem Zimmer gehört eine Garage (entweder für Auto oder für Moped), in dem man sein Fahrzeug ungesehen parken kann, jedes Zimmer hat ein Telefon, eine Preisliste für Stundenpreise, Getränke und Snacks und eine Klappe nach außen, über die man den Besitzer bezahlen oder kommunizieren kann.

Am nächsten Tag geht es weiter Richtung Cartagena.
Wir befinden uns im Grenzgebiet zu Venezuela und an den Straßenständen schießen illegale Tankstellen wie Pilze aus dem Boden.
(Da in Venezuela der Kraftstoff staatlich subventioniert ist, kostet er nur einen Bruchteil des kolumbianischen und der Schwarzmarkt blüht!)

Als wir in Barranquila (übrigens die Geburtsstadt von Shakira) ankommen, fängt es an zu regnen. Auch der Verkehr wird immer zähflüssiger und kommt schließlich zum Erliegen. Neben uns quält sich ein Taxi durch. Plötzlich wird das Fenster herunter gekurbelt, eine junge Kolumbianerin winkt uns lachend zu und fragt: „Was macht denn ihr Saarbrücker hier?“ (Tja. Die Welt ist klein. Die gute Frau hat ein paar Jahre in Kaiserslautern gelebt und war über diese Begegnung nicht weniger erstaunt als wir.)

Weiter geht es im Schritttempo. Wir versuchen den Stau zu umfahren, verlassen die Hauptstraße und sehen, nachdem wir ein paar Quadras passiert haben auch, warum hier nichts mehr geht – der Regen hat die Straßen in reißende Flüsse verwandelt.

An ein Überqueren der Straße ist nicht zu denken, zu stark ist die Strömung. Jugendliche legen sich mit dem Bauch auf Styroporplatten und surfen die Straßen hinunter. Fasziniert von diesen Wassermassen steige ich aus, um Fotos zu machen. Plötzlich tippt mir jemand von hinten auf die Schulter. Ein freundlicher älterer Mann spricht mich an: es wäre keine gute Idee hier Fotos zu machen, diese Gegend sei nicht gerade die beste der Stadt (er macht pantomimisch eine Schießbewegung) und es sei besser, wenn wir mit unserem Auto wieder Richtung Hauptstraße fahren würden. Am besten sofort. Ok. Danke für den Tipp und weg sind wir.

Irgendwann hört der Regen auf und wir können weiter nach Cartagena fahren.

Die Stadt macht ihrem Ruf als „Perle der Karibik“ alle Ehre:
schöne Kolonialarchitektur, über die kopfsteingepflasterten Sträßchen fahren Pferdekutschen (oft mit Hochzeitspaaren), baumbestandene schattige Plazas, karibische Musik und Tänzer an jeder Ecke…
(Das Ganze versprüht einen fast übertrieben märchenhaften Charme- teilweise hat man das Gefühl in „Disneyland Karibik“ herumzulaufen.)
Cartagena war ebenfalls Quelle der Inspiration für Gabriel Garcia Marquez und findet sich ausschnittsweise in seinen Büchern wieder. Es gibt García Marquez Stadtrundgänge, die zu den Schauplätze seiner berühmtesten Bücher führen.

 

 

Und nicht zu vergessen. Hier ist es heiß. Sauheiß. Weit über 40 Grad im Schatten und obwohl wir an der karibischen Küste sind, gibt es kaum Abkühlung. Selbst die Einheimischen leiden unter der extremen schwülheißen Hitze…
Und, hier ist alles ziemlich teuer. Kein Wunder – Cartagena ist Anlaufstelle sehr vieler Kreuzfahrtschiffe, deren Klientel in den Geschäften vor Ort ordentlich einkauft. Besonders beliebt: Goldschmuck und Smaragde.

Aber wir sind hier nicht zum Spaß. Unser Sabbatjahr neigt sich dem Ende zu, und wir wollen unseren Landcruiser wieder nach Deutschland verschiffen.
Damit alles problemlos verläuft, haben wir vor einigen Monaten eine deutsche Agentur beauftragt, die uns bei den Formalitäten hilft.

Da Kolumbien als Drogen-Export-Land Nr. 1 gilt, sind die Zoll-Kontrollen hier berüchtigt und gefürchtet.
D.h.: bevor man sein Auto vom kolumbianischen Zoll untersuchen lässt, muss man es sorgfältig sauber machen (Innen und Außen) und packen und zwar so, dass nichts lose im Innenraum herumliegt.
Denn es kann sein, dass man das Auto teilweise wieder auspacken muss, falls der Zollbeamte sich einige Fächer näher anschauen möchte.

Gemeinsam mit einer Gruppe von vier Männern (2 Franzosen, 1 Deutscher, 1 Amerikaner), die ebenfalls ihre Fahrzeuge mit der Agentur verschicken, reisen wir zum ersten Termin am kolumbianischen Zoll im Hafen von Cartagena an.

Die normale Zollkontrolle ist schnell erledigt.
Papiere ausfüllen, der Zollbeamte wirft einen Blick in den hinteren Teil vom Cruiser, ich parke das Auto auf dem Zollgelände, gebe den Autoschlüssel ab und fertig.

Zwei Tage später folgt Termin Nr. 2 – die berüchtigte Drogenkontrolle. Wieder sind wir zu fünft und werden zu unseren geparkten Autos gefahren.
Die Fahrerseiten von den Autos sind aufgesperrt und alle Schlüssel stecken im Zündschloss. Alle, außer meine.
Ein Zollbeamter fragt mich, wo meine Autoschlüssel seien. Ich schaue ihn fragend an. Wie? Die Autoschlüssel sind nicht da? Habe ich doch hier vor zwei Tagen abgegeben!!! Mir wird erklärt, dass die Schlüssel verschwunden sind, ein Ersatzschlüssel gebraucht wird und die Fahrerseite unseres Cruiser mit einem anderen Schlüssel aufgesperrt worden sei. (Auf dem Gelände, in unmittelbarer Nähe stehen fünf Toyota-Landcruiser-Oldtimer, die auf ihre Verschiffung nach Florida warten und mit einem Schlüssel von denen, konnte man offensichtlich unser Auto öffnen. Erstaunlich!)

Dummerweise weiß ich nicht sicher, wo sich aktuell die Ersatzschlüssel des Cruisers befinden. Und noch blöder ist, dass ich Burkhard nicht erreichen kann, da wir nur ein Handy haben (und das habe ich dabei) und Burkhard im Hotel nicht zu erreichen ist – vermutlich sitzt er irgendwo in einem Restaurant…

Mittlerweile ist der Zollbeamte der Drogenpolizei auf dem Gelände eingetroffen. Heute ist sein erster Tag im neuen Job und ich bin seine erste Kundin.
Auch das noch! Na toll! Der will das bestimmt sehr korrekt machen… ich sehe mich in Gedanken schon das schwere Dach aufstemmen und alle Fächer aus- und wieder einräumen…
Aber zuerst einmal klettere ich von vorne nach hinten, um alle Türen des Cruisers zu öffnen, damit der gute Mann mit seiner Kontrolle beginnen kann.
Meine vier Begleiter lächeln mir aufmunternd zu. Daumen nach oben. Wird schon alles gut gehen!

Der Zollbeamte öffnet die Fahrertür, sieht sich den vorderen Bereich an und macht Fotos mit seinem Handy.
Dann dreht er sich zu mir um, grinst mich an, drückt mir sein Handy in die Hand und bittet mich, Fotos von ihm zu machen, während er sich das Auto anschaut. Ist ja sein erstes Auto und so…
Nach insgesamt 5 Minuten ist das Auto komplett durchgeschaut (dabei öffnet er ein paar Klappen, räumt aber netterweise nichts aus) und jetzt sind die anderen dran. Anschließend wird noch ein Spürhund ins Auto gelassen.

Während der nächsten Stunden scheuche ich die Zollbeamten durchs Gelände, damit sie den verlorenen Schlüssel finden, durchsuche den Cruiser nach unserem Ersatzschlüssel, versuche Burkhard telefonisch zu erreichen und fluche vor mich hin. Das Frachtschiff, das unsere Autos mitnehmen soll hat schon angelegt und soll in wenigen Stunden wieder ablegen. Und wenn der Ersatzschlüssel bis dahin nicht vorliegt, wird’s kompliziert…

Kurz und gut: wir haben es auf den allerletzten Drücker geschafft, unsere Ersatzschlüssel im Hafen von Cartagena abzugeben.
(Die Ersatzschlüssel waren, wie erhofft, bei Burkhard im Hotel. Burkhard war, wie erhofft, ebenfalls im Hotel. Warum die Rezeptionistin am Telefon behauptet hat, Herr Stutz wäre nicht da, ist mir bis heute ein Rätsel!)
Aber Ende gut, alles gut.

Ab jetzt sind wir mit Rucksack und öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs.

Unser erstes Ziel ist Mompox.
Mompox liegt mitten auf einer Sumpfinsel im Bereich des Schwemmlandes von Rio Magdalena, Cauca und San Jorge.

Bis ins 19. Jahrhunderts war Mompox eine ernstzunehmende Konkurrenz für Cartagena, da der Handel zwischen Hochland und Küste vornehmlich per Dampfer auf dem größten Fluss Kolumbiens, dem Rio Magdalena, abgewickelt wurde. Als Stadt mit Flusshafen war Mompox zentraler Umschlagplatz für Edelmetalle, Häute, Hölzer und landwirtschaftliche Produkte und entwickelte sich Mitte des 16. Jahrhunderts zum Magnet für eine kreolische Aristokratie, die sich hier mit europäischem Luxus umgab und den schönen Künsten huldigte. Davon zeugen noch zahlreiche koloniale Bauten und Kirchen.

Alexander Humboldt, der hier 1801 forschte, notierte: „Mompós ist einer der heißesten Orte Amerikas. Dazu dieser Krokodilgeruch! (…) Trotz der Hitze und der Moskitos (sie stechen durch vier baumwollene Beinkleider hindurch, ich machte die Probe) habe ich in Mompós viel gearbeitet, über ein Dutzend Krokodile zerschnitten (…)“

1860 bescherte die Natur der Stadt allerdings ihren Untergang: großräumige ökologische Veränderungen der Sumpflandschaft um Mompox verlagerten den Lauf des Rio Magdalena so massiv, dass das Hafenbecken versandete und die Stadt damit komplett von der Außenwelt abgeschnitten wurde. Bis heute gibt es noch keine feste Straßenverbindung nach Mompox (allerdings wird z.Zt. an zwei Brücken gebaut).

Wir können Humboldt übrigens zustimmen – das mit den Moskitos und der unerträglichen Hitze stimmt immer noch. Krokodile haben wir zwar keine gesehen, dafür aber zahllose grüne Leguane, die in den Bäumen der Uferpromenade rumkrabbeln und hin und wieder Basilisken (auch Jesus-Christus- Echsen genannt, weil sie bei Gefahr über das Wasser laufen können).

In Mompox scheint die Zeit still zu stehen. Aufgrund der unerträglichen Hitze läuft das alltägliche Leben ziemlich verlangsamt ab. Wir spazieren, meist in den kühlen Morgenstunden, entlang der langen Fußwege, die parallel zum Flussarm verlaufen oder erforschen die kleinen Gässchen, die Callejones, die uns immer wieder zu interessanten Gebäuden bringen.

 

Man findet auffällig viele Schmuckläden. Die lokalen Handwerker sind über die Grenzen Kolumbiens für ihr Können bekannt: mit Pinzette und Lötkolben fertigen sie aus Silberdraht filigrane Schmuckstücke. (Am bekanntesten sind wahrscheinlich die kleinen silbernen Fische, die auch Gabriel Garcia Marquez in seinen Büchern literarisch verewigt hat.)

Da Mompox sehr katholisch ist, sieht man zahlreiche Kirchen (lateinamerikanischer Barock) und noch zahlreichere Prozessionen.
An einem Abend werden wir Zeuge einer dieser Prozessionen. Wir sitzen am Marktplatz im Schatten, zufällig mit Blick auf die Kirche, fächeln uns (lauwarme) Luft zu und trinken eiskaltes Bier. Nebenan sitzen an einem Tisch ein paar junge Männer, ebenfalls mit Bier. Offenbar Musiker. Trompete und Posaunen liegen in der Nähe. Aus der Kirche ertönt Gesang, vor der Kirche formiert sich allmählich eine Blaskapelle. Ungeduldig werden die restlichen Musiker, die immer noch mit ihrem Bier am Nebentisch sitzen zur restlichen Kapelle gerufen. Jaja, tranquilo. Nach und nach erheben sich unsere Sitznachbarn und trotten zur Kirche, deren Eingangstür schon weit geöffnet ist. Man sieht, wie sich die Prozession aus dem Inneren des Gotteshauses Richtung Ausgang bewegt, während der Trompeter seelenruhig noch sein Bier austrinkt und sich langsam in Bewegung setzt. Er kommt quasi zeitgleich mit dem Pfarrer, der die Prozession anführt, vor der Kirche an und schon beginnt die Musik…

Wir wollen weiter zur Isla Fuerte, einer kleinen karibischen Insel.
Als wir in Mompox nach der Insel fragen werden wir groß anschaut. Isla Fuerte? Wo soll die sein? Noch nie gehört…

Kolumbien / Bogota & Umgebung

Mit Bogota erreichen wir Kolumbiens Hauptstadt.

Die Anfahrt aus dem Süden des Landes ist mühsam und zieht sich endlos über (diesmal gut ausgebaute) Serpentinen. Es fahren Unmengen von Autos und LKWs, die sich gegenseitig an den unmöglichsten Stellen überholen. Nachfolgendes Verkehrsschild ist absolut zu Recht im kolumbianischen Straßenverkehr flächendeckend zu finden:

Unterwegs kaufen wir eine Kiste Mangos. Eigentlich wollten wir nur 3 Stück, aber die Verkäuferin am Straßenrand lacht uns aus. Hier werden nur ganze Kisten verkauft. So kommen wir unverhofft in den Besitz von 30 großen (sehr leckeren) Mangos…

Die 9 Millionenstadt, in den frühen 90ger Jahren noch als anarchische Mordhauptstadt verschrien, ist auf den ersten Blick ziemlich hässlich und das Verkehrsaufkommen ist legendär.
Aber auf den zweiten Blick entdeckt man zahlreiche Sehenswürdigkeiten, Museen, Kolonialkirchen, Theater, Cafés, traditionelle Hutgeschäfte, alte Buchläden und allerlei Kuriositäten.

Absolut beeindruckend ist das Goldmuseum Bogota, eines der schönsten Museen Südamerikas und die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt.
Hier kann man sich u.a. die weltweit größte existierende Sammlung präkolumbianischer Gold-, Platin- und Silber-Gegenstände anschauen. Sie sind sorgfältig nach ihrer kulturellen Herkunft sortiert und man bekommt einen Einblick in die hohe Entwicklung des Handwerks und nebenbei auch einen Eindruck vom Glauben und der Mythologie, vom Alltag und von den Sozialstrukturen der damaligen indigenen Gesellschaften.

In Bogota übernachten wir in einem kleinen Hotel.
Anscheinend kommen hier europäische Reisende mit Reisemobil selten vorbei, denn schnell sind wir die Sensation und es folgen Fototermine, Autobesichtigung und Berichte auf der hoteleigenen Homepage.

An Bogotas autofreiem Sonntag, der an jedem Sonn und Feiertag stattfindet, leihen wir uns zwei Fahrräder und stürzen uns in Getümmel. Einige der Hauptverkehrsadern sind für Autos gesperrt und auf der Straße sind Inlineskater, Fahrradfahrer, Familien mit Kinderwagen unterwegs, am Straßenrand gibt es Erfrischungsgetränke und Fahrrad-Reparatur-Stationen, im Park wird Aerobic für Alt und Jung angeboten und man hört überall die Fahrräder klingeln…

Allmählich wird es Zeit, Bogota zu verlassen. Der Verschiffungstermin für unseren Cruiser steht fest und bis nach Cartagena, der Perle der Karibik, ist es noch ziemlich weit.

Kurz hinter Bogotá statten wir der geschichtsträchtigsten Stadt Cundimarcas, Zipaquirá, einen Besuch ab. Hier fanden im 16. Jahrhundert die ersten Kämpfe zwischen Spaniern und dem Volk der Muisca statt und 150 Jahres später setzten sich hier auch die ersten Unabhängigkeitskämpfer für ein freies Kolumbien ein. 1863 war die Stadt sogar Hauptstadt des unabhängigen Staates Cundimarca.


Außerdem ist die Gegend um Zipaqirá herum bereits seit Jahrtausenden von Menschen bewohnt, seit altersher ein Salzabbaugebiet und Handelsknotenpunkt- und heute vielleicht eines der beliebtesten Tagesausflugsziele der Bogotános. Auch Alexander von Humboldt war 1801 hier und leitete umgehend Verbesserungen für den Stollenbau der Salzminen ein, die damals in einem katastrophale Zustand waren.

Heute ist die größte Sehenswürdigkeit des Ortes eine unterirdische, avantgardistische Salzkathedrale. Die dreischiffige, geheimnisvoll illuminierte Höhlenkirche, 1995 in der jetzigen Größe fertiggestellt, ist die größte ihrer Art weltweit und erstreckt sich auf einer Fläche von 8500 qm.

Kolumbien / Südwest

Kurz hinter der kolumbianischen Grenze fahren wir durch den kleinen Ort „El Charco“.

Am Ortseingang werden wir von einer überdimensionierten winkenden Meerschweinchenfigur begrüßt. Mmmm? Beim Weiterfahren löst sich das Rätsel. Die lokale kulinarische Spezialität ist hier „Cuy asado“ – gegrilltes Meerschweinchen. Der Geschmack begeistert uns nur mäßig. Erinnert etwas an trockenes Hühnchen mit Fischgeschmack.

Nach dem Mittagessen geht es weiter zum „Santuario de Nuestra Senora de Las Lajas“, einer neugotischen Kirche, die direkt am vertikalen Felsen in einem Canyon des Rio Guataíra gebaut wurde. Sie ist der bekannteste Wallfahrtsort Kolumbiens und vor allem an Ostern sehr gut besucht.

(Am besten haben uns dort aber die extrovertiert gekleideten Lamas auf dem Marktplatz gefallen, die im Gegensatz zu ihren bescheidenen mit Bommeln dekorierten Verwandten in Bolivien, Glitzerumhänge und goldenes Krönchen tragen- dummerweise haben wir davon kein Foto gemacht!)

 

Am nächsten Tag fahren wir weiter Richtung Norden.

Wir werden an diesem Tag mehr als 12 Stunden im Auto unterwegs sein, aber das wissen wir jetzt noch nicht. V.a. die Strecke zwischen Pasto und Mocoa hat es in sich. Allein für diese 84 Kilometer brauchen wir viereinhalb Stunden!

Die unbefestigte Straße schlängelt sich über die Kordilleren in engen Serpentinen bergauf und bergab. Viele Leitplanken sind eingedellt, abgebrochen oder ganz durch Absperrband ersetzt. Immer wieder gibt es Streckenabschnitte, die nur Platz für ein Auto lassen und mehrfach müssen wir wieder rückwärts fahren, um den Gegenverkehr (u.a. LKWs) vorbeizulassen.

Einmal kommen wir hinter einer engen Kurve nur knapp 10 cm vor einem LKW zum Stehen, quasi Schnauze an Schnauze. Zur Talseite hin sieht man Erdrutsche und es geht steil hinab. Als wäre das nicht genug, kommen zeitweise auch noch dichter Nebel und Regen dazu.

Aber es hilft alles nichts- Augen zu und durch!

Als wir abends in dem Dorf San Agostin ankommen, ist es schon längst dunkel und wir fallen todmüde in unsere Schlafsäcke!

Am nächsten Tag besichtigen wir am Ortsrand eine der bedeutendsten und zugleich geheimnisvollsten archäologischen Fundstätten des Kontinents.
Hier lebte in vorkolumbianischer Zeit eine indigene Zivilisation, die San Agostin als Zeremonienstätte nutzte und riesige aus Lavastein und Basalt gehauene Statuen sowie Grabanlagen und Erdwälle schuf.

 

Nach einer sehr interessanten und ausführlichen Besichtigung des Geländes, kehren wir zu unserem Auto auf dem nahegelegenen Parkplatz zurück.

Merkwürdig. Am rechten Vorderrad steht eine kleine Ölpfütze…

Als Burkhard sich auf die Suche nach der Ursache macht, muss er feststellen, dass beide Lenksattel – normalerweise auf jeder Seite von jeweils 4 Schraub-Bolzen gehalten – jetzt nur noch von einem Bolzen (rechts) und 3 ziemlich losen Bolzen (links) gehalten werden…- eindeutiger Materialverschleiss durch die Fahrt auf der unbefestigten, kurvenreichen Strecke vom Tag zuvor.

Beim Gedanken daran, was passiert wäre, wenn sich dort noch mehr Bolzen gelöst und somit die Lenkung versagt hätte, wird uns ganz schlecht…

Ganz vorsichtig fahren wir den Cruiser (auch hier wieder über Serpentinen) zurück zum Campingplatz und suchen uns einen Mechaniker. Er ist schnell gefunden, muss die passenden Ersatzteile allerdings im Nachbarort besorgen. Mit dem Versprechen in zwei Stunden zurück zu sein, zwitschert er mit dem Vorschuss für die Ersatzteile ab.
Allerdings werden aus den versprochenen zwei Stunden zwölf, da erstens alle kolumbianischen KfZ-Mechaniker (laut Campingplatzbesitzer) gerne mal was trinken und zweitens im Nachbarort heute großer Markt ist. D.h. die Kombination aus beidem ist in unserem Fall zeitlich ungünstig.

Während wir auf den Mechaniker warten, lernen wir einen jungen deutschen Motorradfahrer kennen. Beim Smalltalk stellen wir fest, dass wir dieselbe Strecke (Pasto- Mocoa) gefahren sind. Er erzählt uns, dass er dort mit seinem Motorrad bei einem Ausweichmanöver den Abhang abgerutscht ist, aber Gott sei Dank vorher abspringen konnte! Das Motorrad hat sich mehrfach überschlagen und kam erst 35m tiefer zum Liegen. (Ein LKW der ein paar Stunden später die gleiche Stelle passierte, hatte leider weniger Glück.)
Die Strecke sei übrigens weltweit berüchtigt. Man nennt sie auch „Trampolin de la muerte“ (Trampolin des Todes) – auf diese Information hin brauchen wir erstmal einen Schnaps!

Mit Anbruch der Dunkelheit trifft auch wieder unser Mechaniker mit den Ersatzteilen ein. Er ist leicht angeschickert repariert aber alles tadellos, so dass wir am nächsten Morgen weiterfahren können.

 

Weiter geht´s in die „Desierto de Tatacoa“, eine wüstenartige Gegend mit vielen Kakteen.

Hier verbringen wir eine ruhige Nacht unter Geiern, bevor es nach Bogota weitergeht.

 

Kolumbien

Mit Kolumbien erreichen wir (leider schon) das letzte Land unserer Reise.

Tropisch grün lockt es nicht nur mit zahlreichen Naturschönheiten, sondern auch mit beschaulichen Dörfern und pulsierenden Städten. Über die drei Andenkordilleren, die sich durch das Land ziehen, geht es ständig bergauf und bergab. Nirgendwo sonst sind wir so viele Serpentinen gefahren, haben so viele Erdrutsche gesehen und so viel Maut bezahlt wie hier. Ständig haben wir LKWs vor oder hinter uns.

Dank einer langjährigen, umfangreichen Befriedungskampagne ist es Kolumbien knapp gelungen, einem politischen Chaos zu entkommen.
Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht sieht – es gibt immer noch genug Probleme mit Drogen und Guerilleros: Kolumbien exportiert heutzutage 500 mal mehr Kokain als vor 25 Jahren zu Zeiten des berüchtigten Drogenbosses, Pablo Escobar! Das heißt, organisiertes Verbrechen existiert immer noch, allerdings fehlen die früheren „öffentlichen“ Gewaltexzesse.

Die Militärpräsenz auf den Straßen ist ebenfalls sehr groß. Wenn die Straße sicher ist, signalisieren uns das die Soldaten mit einem Daumen nach oben. Bestimmte ländliche Gegenden in Kolumbien können aber aus Sicherheitsgründen bis heute noch nicht bereist werden. Für Reisende ist dabei die größte Gefahr zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein und zwischen die Fronten rivalisierender Banden zu geraten.

Wir erleben Kolumbien als herzliches Land. Die Gastfreundschaft der höflichen Kolumbianer ist legendär und wir fühlen uns während der gesamten Reise willkommen und sicher!

Ecuador / Galapagos

Das Marinereservat Galapagos erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 45 000 qkm und liegt 1000 km vor der ecuadorianischen Küste, direkt am Äquator.

Insgesamt zählen 13 Hauptinseln, 6 kleineren Inseln und über 40 Eilande zum Archipel. Sie sind vor ca. 4-5 Millionen Jahren entstanden und alle vulkanischen Ursprungs, d.h. es bestand nie eine Verbindung mit dem Festland. Bevor Piraten und Siedler inselfremde Flora und Fauna auf die Inseln brachten, muss ursprünglich jede Pflanze und jede Tierart nach einer Reise von mehreren Hunderten oder Tausenden von Kilometern auf einem zufälligen Wind-, Luft- oder Meeresstrom hier angekommen sein.

Die Inseln sind sehr unterschiedlich. Man findet hier lange weiße Sandstrände mit ruhigem kristallklarem Wasser, steile Felsküsten mit tobender Brandung, schwarze und rote Lavastrände, Mangrovenwälder, Salzwasserlagunen, Palo Santos, Baumkakteen, Salzbüsche, kilometerlange Lavafelder, verschiedene Vulkanformationen u.v.m.

Je nach Zugangsmöglichkeit zur Insel gibt´s entweder eine Trocken- oder eine Nasslandung…

Auch der Name Charles Darwin ist eng mit den Galapagosinseln verbunden. Während seiner Forschungsreise mit der Beagle (1831-1836), bei der er als junger Geologe half, die Küste Südamerikas zu vermessen, verbrachte er hier 5 Wochen. Seine Beobachtungen verarbeitete er u.a. in seinem Hauptwerk „Die Entstehung der Arten“, das er 1859 veröffentlichte und damit einen Skandal auslöste, da er die menschliche (Sonder-)Stellung in der Naturgeschichte mit seinen Forschungsergebnisse sehr relativierte.

Natürlich gibt´s hier auch die nach ihm benannten Darwin-Finken (insgesamt 13 endemische Arten), die sich je nach Anpassung an ihre Umwelt durch verschiedene Schnabelformen und -größen unterscheiden.

Die Kette der kahlen, abgeschiedenen Vulkaninseln bietet unzähligen Tieren einen Lebensraum – viele Arten findet man ausschließlich hier. Fast 50% der Pflanzen sind ebenfalls endemisch.

Es gibt nur wenige Orte weltweit, an denen man Wildtieren zu Lande und zu Wasser so nahe kommen kann. (Hier z.B. die Grüne Wasserschildkröte, die zur Eiablage immer wieder an denselben Strand zurückkommt.)

Auf einer Inselkreuzfahrt besuchen wir verschiedene Inseln und Schnorchelgebiete (schwerpunktmäßig im Süden und Osten des Archipels) – ein absolut einzigartiges Erlebnis!

Von Beginn begleiten uns Fregattvögel. Sie gelten als die Piraten der Lüfte, da sie anderen Seevögeln die Beute stehlen.
Die Männchen haben einen leuchtend roten Kehlsack, den sie zur Brutzeit aufblasen.

Die Galapagos-Riesenschildkröte, die wir auf der Isla Santa Cruz beobachten, gehört zu den Attraktionen der Inseln. Sie kann bis zu 200 Jahre alt werden und man erkennt ihr Alter an den Ringen ihres Panzers.

Ein weiterer Landbewohner aus der Familie der Reptilien ist der Galapagos-Landleguan.

Die Weibchen haben relativ unauffällige Farben aber die Männchen, versehen mit Nackenkamm und stacheligem Rücken, leuchten in einem intensivem Gelb-Orange. Landleguane werden zwar nicht so alt wie die Riesenschildkröten, können aber immerhin ein Alter von bis zu 70 Jahren erreichen.

Säugetiere sind mit insgesamt vier Arten auf Galapagos nur wenig vertreten.
Allgegenwärtig ist dabei aber der Galapagos-Seelöwe, der das gesamte Archipel bevölkert.

Im Bereich der schwarzen Lavaküsten leben die Meeresechsen. Sie kommen in verschiedener Färbung und Größe vor und sind die einzigen Echsen weltweit, die eine amphibische Lebensweise angenommen haben. Sie grasen unter Wasser mit ihren scharfen Zähnen Algen ab, sind gute Schwimmer und besitzen eine besondere Drüse mit denen sie überflüssiges Salz ausscheiden können. Nach einem längeren Aufenthalt im kalten Wasser, legen sie sich auf die heißen Lavasteine, strecken alle Viere von sich und heben ihren Kopf senkrecht zur Sonne, um sich wieder aufzuwärmen.

 

 

Ein weiterer Bewohner der Felsküste ist die fotogene Rote Klippenkrabbe.

Der Galapagos-Albatros ist mit einer Flügelspannweite von 2,40 m der größte Seevogel des Archipels und kommt nur auf der Insel Espanola vor.
Wir haben Glück und erleben ihn beim Brauttanz.

Fasziniert sind wir auch von den Blaufußtölpeln – und das nicht nur wegen ihrer schönen blauen Füße.
Wir beobachten sie mehrfach bei ihren sagenhaften Tauchaktionen: aus über 20m Höhe stürzen sie sich wie ein Kamikaze-Flieger in die Fluten, um sich ihre Beute zu schnappen.

Eine weitere Besonderheit Galapagos ist der flugunfähige Kormoran, den man nur auf den Inseln Isabella und Fernandina antrifft.
Er ist die einzige Kormoranart der Welt, die das Fliegen verlernt hat! Das Ergebnis einer extremen Anpassung an Umweltbedingungen, die das Fehlen von Feinden und ausreichende Nahrung garantieren. Stattdessen hat er extra große Füße entwickelt, die ihm helfen gut zu schwimmen und zu tauchen.

Aber es gibt noch viele andere schöne Vögel hier:

Auf zahlreichen Schnorcheltouren bekommen wir einen Einblick in die vielfältige Unterwasserwelt der Galapagosinseln.

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Wir schwimmen mit Schwärmen von bunten tropischen Fischen, beobachten Grüne Wasserschildkröten beim Abgrasen der Algen, schwimmen mit Haien, begegnen unter Wasser einem riesigen Mantarochen, versuchen blitzschnellen Pinguine hinterher zu tauchen…

Leider fehlt uns die Unterwasserkamera!

Aber auch von Bord aus, können wir im kristallklaren Wasser das Leben im Meer beobachten.

Ach ja, schön war´s!

Ecuador/ on the road

Wir überqueren die Grenze Peru – Ecuador in der Nähe der Pazifikküste, in Huaquillas.
Und es ist heiß. Sehr heiß. Wir fahren kilometerlang an Bananen- und Kakaoplantagen vorbei.

Die Banane ist Ecuadors Exportschlager Nummer 1 und spielt eine wichtige Rolle in der ecuadorischen Küche, da sie einen hohen Nährwert besitzt, viele Vitamine hat und sehr erschwinglich ist. Neben denen in Europa bekannten Dole-Bananen (an deren Feldern wir auch vorbeikommen), sieht man an den Straßenständen v.a spitze, grüne Kochbananen oder kleine, dicke, gelbe „Maquenos“. Insgesamt gibt es über 30 verschiedene Sorten!

Die Straßenstände hier sind großartig:
immer wieder halten wir an, um uns mit uns (un)bekannten tropischen Früchte einzudecken…
(Und immer wieder die Gretchenfrage: mit oder ohne Schale? Bzw. wie isst man das überhaupt?)

… und lernen, dass man bekanntes Obst auf uns ganz unbekannte Art essen kann.
Z.B. unreife Mango mit Limettensaft und Salz als Snack. Schmeckt erfrischend und besser als es sich anhört.
(Mango wird übrigens oft mit Schale gegessen. Geht auch. Wir haben es ausprobiert.)

Während unserer Fahrt scheinen Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit minütlich zu steigen. Als wir in Guayaquil angekommen die Autotür öffnen, fühlen wir uns wie in der Biosauna!
Guayaquil ist nicht nur heißeste, sondern auch größte Stadt Ecuadors. Sie hat nicht gerade den besten Ruf und normalerweise wären wir nur durchgefahren, wenn wir nicht eine Einladung von Deivi & Carol (Stichwort: Argentinien und Fiat 147) gehabt hätten… Wir freuen uns sehr, sie wiederzusehen und ein paar Tage mit ihnen zu verbringen. Ihre beiden Töchter, Sofia und Alexandra, haben sogar extra ihr Zimmer für uns geräumt!

An einem Abend bekochen wir die Vier mit einer saarländischen Spezialität: „Grumbeerkichelcher mit Äppelschmier“ (Kartoffelpuffer mit Apfelmus). Ist zwar nicht das ideale Essen für tropische Temperaturen, aber das einzige, für das wir alle Zutaten auf die Schnelle zusammen bekommen.

In Deivis legendären Fiat 147 fahren wir ins Stadtzentrum.

Der Weg dorthin ist relativ kurz, aber das Fahrgefühl in einem vollbesetzten, tiefer gelegten Fahrzeug aus den 80gern im Straßenverkehr zwischen großen Bussen und Toyota Hilux zu fahren speziell. Und die Vorstellung, dass die Familie noch vor Kurzem zu Viert in diesem Fahrzeug plus selbstgebasteltem Anhänger 12 000 km quer durch die Anden gereist ist, ist eigentlich unglaublich!!!

In der City angekommen, zeigen uns Deivi & Carol die Stadt.
U.a. steigen wir bei weit über 40 Grad fast 500 Treppenstufen zum Cerro Santa Anna hoch. Dieser einst grüne Hügel ist das älteste Stadtviertel Guayaquils und vom dortigen Leuchtturm aus bietet sich ein Blick über die ganze Stadt.

An der Uferpromenade des breiten Rio Guayaba, der übrigens je nach Gezeiten mal in die eine und mal in die andere Richtung fließt, spazieren wir an Spielplätzen, Denkmälern, Restaurants und fliegenden Händlern vorbei.

Am nächsten Tag nimmt uns Deivi in die Friseurschule mit, an der er seit ein paar Monaten unterrichtet.

Aber nicht nur Frisuren sind hier ein Thema. Auf dem Stundenplan stehen auch: Maniküre, Pediküre, Schminken, Bodypainting, Wimpernverlängerungen u.v.m. Also alles, was schön(er) macht.
(Einzige Ausnahme ist die Abteilung für Maskenbildner: hier werden blutige Wunden für Filme gebastelt.)

In der Friseurklasse ist heute Haarefärben dran (Thema: Blondieren) und die angehenden Friseurinnen werden im Anschluss von Deivi für ihre Kreationen benotet. Es geht sehr bunt zu und Berge von Alufolie kommen zum Einsatz. Sehr interessant! Allerdings nimmt uns das Wasserstoffperoxid fast den Atem… Nach ca. vier Stunden verlassen wir ziemlich benebelt den Raum.

Abends erfahren wir zufällig, dass man von Guayaquil aus direkt auf die Galapagos-Inseln fliegen kann.
Mmmmh. Galapagos? Hatten wir garnicht wirklich auf dem Schirm. Aber die Möglichkeit, unseren Cruiser bei Deivi & Carol sicher stehen lassen zu können ist verlockend und kurzentschlossen buchen wir einen „Last-second-Kurzurlaub“ auf den Inseln.

Ecuador

Der Andenstaat Ecuador, für südamerikanische Verhältnisse relativ klein, liegt beidseitig des Äquators im Bereich der inneren Tropen. Man findet hier Küstentiefland, andine Gebirgsketten, aktive Vulkane und Amazonastiefland – inklusive abwechslungsreicher Flora und Fauna. Außerdem gehören zu Ecuador auch die berühmten, ca. 1000 km vor dem Festland und ebenfalls direkt am Äquator liegenden, Galapagos-Inseln.

Kurzum: es gibt in Ecuador auf kleinem Raum sehr viel zu entdecken!

Peru / Lima

Lima, nach Kairo die zweitgrößte Wüstenstadt der Erde, wurde von dem spanischen Eroberer Francisco Pizarro gegründet – als er hier 1535 an Land kam, zeichnete er mit seinem Degen einen quadratischen Grundriss in den Wüstenboden und fertig war Lima!

Die Lage des Ortes war strategisch gewählt: küstennah, in der Nähe das fruchtbaren Tales des Rio Rimac und unweit der Zentralanden. Die Stadt beherbergte zunächst nur ein Dutzend Eroberer. Heutzutage hat Lima nicht nur über 9 Millionen Einwohner, sondern verfügt auch über eine denkmalgeschützte Innenstadt und eine Auswahl an sehr guten Museen und und hervorragenden Restaurants.

Wir starten mit einer Stadbesichtigung, wählen die bequeme Variante und setzen uns in einen Touri-Bus.
Über die wohlhabenden Stadtviertel „Miraflores“ und „San Isidro“ geht es ins historische Zentrum Limas.

Im Herz der Altstadt liegt die Plaza Mayor, ehemals Mittelpunkt des öffentlichen Lebens.

Von hier aus verlaufen die Straßen schachbrettmusterartig in alle vier Himmelsrichtungen. Der reich verzierte Brunnen in der Mitte der Plaza stammt aus dem Jahr 1650 und ist Nullpunkt aller Entfernungen in Peru. Die Plaza gilt als der schönste Platz Limas und hier finden, eingerahmt von Regierungspalast, Kathedrale und Rathaus, regelmäßig Paraden statt.

Besonders bekannt ist Limas historisches Zentrum für seine kolonialzeitlichen Balkone aus dem 17. Jahrhundert.
Diese „Miradore“ waren damals deshalb so beliebt, weil man aus den holzvergitterten Fenstern das Leben auf der Straße beobachtet konnte, ohne selbst gesehen zu werden. Es gibt davon über 300, die sich gelegentlich auch um die Ecken der Häuser fortsetzen. Um die denkmalgeschützten Fassaden zu erhalten, kam die Stadtverwaltung auf die Idee das Programm „Adoptieren Sie einen Balkon“ ins Leben zu rufen. Damit konnten erfolgreich private Spender mobilisiert werden, um die Renovierung der teils verfallenen Balkone zu finanzieren.

Barranco, das Künstlerviertel, wirkt eher gemütlich.
Kleine Gassen und viele Gebäude aus dem 18. und 19.Jahrhundert lassen einen ganz vergessen, dass man sich in einer Millionen-Stadt befindet. Außerdem gibt es hier viele kleine Läden, u.a. eine Kaffeerösterei, in der wir seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder richtig guten Kaffee bekommen! (Meist findet man in Südamerika fast ausschließlich löslichen Pulverkaffee, da der Großteil der Kaffeebohnen exportiert wird.)

 

 

Zum Abschluss des Tages gehen wir an der Uferpromenade von Miraflores spazieren und werfen einen Blick auf die neblige Küste.
(Bodennebel ist in Lima von April bis November keine Seltenheit. Das liegt am kalten Humboldtstrom, der die warme Luft abkühlt und sie daran hindert aufzusteigen. Aber ein Gutes hat es trotzdem: wegen Selbigem ist der peruanische Pazifik besonders reich an Fischen und Meeresgetier und die Restaurants ebenfalls!)

 

Da es in Lima viele Museen gibt, haben wir die Qual der Wahl und entscheiden uns letztendlich für das das private „Museo Rafael Larco Herrera“.


Als eines der abwechslungsreichsten und modernsten Museen Perus bietet es einen guten Einstieg in die faszinierende Geschichte des Landes. Neben über 50 000 präkolumbianischen Exponaten aus verschiedenen Epochen ist hier auch eine Sammlung erotischer Keramikskulpturen der Mochica zu sehen. (Aktuell arbeitet die Völkinger Hütte im Rahmen der Ausstellung „Inkagold“ eng mit dem Larco Museum zusammen.)

Beeindruckend ist auch der Blick ins Archiv. In den Regelreihen lagern unzählige Ausgrabungsgegenstände…

Auf unserer kulinarische Entdeckungsreise durch Lima lernen wir, wie man das peruanische Nationalgetränk Pisco Sour (Traubenschnaps mit Limettensaft, Zucker & Eiweiß) & den peruanischen kulinarischen Exportschlager Ceviche (in Zwiebeln und Limettensaft eingelegter roher Fisch) zubereitet…

… wir besuchen das Restaurant „Astrid & Gaston“…
(Hier kocht einer der besten und beliebtesten Köche Perus! Gaston ist quasi Nationalheld und hat die peruanische Küche in den letzten Jahrzehnten revolutioniert. Gemeinsam mit seiner deutschen Frau Astrid (spezialisiert auf alles Süße) ist er mittlerweile Besitzer eines ganzen Koch-Imperiums! Als Astrid uns als Nachtisch eine Auswahl ihrer Pralinen bringt, erzählt sie uns, dass sie schon garnicht mehr weiß, wie viele Restaurants sie überhaupt haben…)

…und essen uns im Restaurant „Amaz“ unerschrocken durch exotische Gerichte aus dem Amazonasbecken.