Uruguay/ Costa de Oro

 

Uruguay: halb so groß wie Deutschland, hat mit 3,5 Millionen Uruguayos so viel Einwohner wie Berlin, dafür aber vier Mal so viele Rinder (von denen jedes zwei Fußballfelder Fläche zum Grasen hat), besitzt 660 km einsame Strände, verrostete Oldtimer am Straßenrand, noch fahrende im Straßenverkehr, freundliche Einheimische, freundliche Hunde, eine tolle Hauptstadt u.v.m.

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Hier hat meteorologisch gerade erst der Frühling begonnen und entsprechend sind die Temperaturen: ca. 13 Grad tagsüber und 5 Grad nachts. (Gut, dass wir ordentlich warme Schlafsäcke (+ Inlet) dabei haben – die Investition hat sich jetzt schon gelohnt!)

Zu unseren ersten Zielen in Uruguay gehört die Costa de Oro, der Küstenstreifen von Montevideo bis zur brasilianischen Grenze.
Einen ganzjährig geöffneten Campingplatz in dieser beliebten Badegegend zu finden ist gar nicht so einfach, weil hier zur Zeit absolute Nebensaison ist. Kann man bei den Temperaturen auch irgendwie verstehen. Trotzdem sichten wir an der Küste todesmutige Surfer (in Neopren), die sich immer wieder in die Wellen stürzen.

In der Nähe von Atlántida finden wir „La Ponderosa“: 5 Minuten vom Atlantik entfernt, mit Pferden, die gelegentlich über´s Gelände galoppieren, Fröschen im Swimmingpool, zwei Schäferhunden namens Rex und Titan und – eine Dauerbaustelle. Wie fühlen uns wie daheim! Da der Rio de la Plata nicht weit von hier in den Atlantik fließt, ist das Meer milchkaffeefarben. Ein gewöhnungsbedürftiger Anblick, der aber wiederum gut mit dem verschmutzten Strand harmoniert. Aufgeräumt wird wahrscheinlich erst im Sommer, wenn die richtigen Touristen kommen.

Von hier aus, machen wir einen Tagesausflug nach Montevideo. Da die Stadt sicherheitsmäßig leider einen eher schlechten Ruf hat, verzichten wir darauf, vor Ort im Auto zu übernachten.
Montevideo ist toll und hat viel Charme! Viele prächtige (verratzte) Kolonialgebäude, Paläste der unterschiedlichsten Stilrichtungen, Kirchen, moderne Bauten – ein architektonischer Reichtum, den man gut beim Bummeln durch die Straßen der Altstadt bewundern kann. Am Hafen steht die alte Markthalle „Mercado del Puerto“, aus dem Jahr 1868, die lange Zeit als eine der schönsten Südamerikas galt. Wir stellen fest: eigentlich ist ein Tag in Montevideo viel zu kurz! Mal schauen, vielleicht kommen wir ja wieder mit etwas mehr Zeit vorbei.

Weiter geht es mit dem Cruiser etappenweise die Küste entlang:p1120210
über Punta Ballena (mit Museumsbesuch im Casa Pueblo), Punta del Este und José Ignacio (Hotspot der Schönen & Reichen) bis nach La Paloma (Hans Albers).
Es fühlt sich an, wie Urlaub an der Nordsee: viel Wind, meist kühlere Temperaturen, hohe Wellen, lange Strände mit vielen Muscheln, schöne Leuchttürme vor denen man prima campen kann. Es irritiert nur, dass am Strand Palmen wachsen und häufiger exotische Vögel vorbeiflattern. Z.B. Schwärme von grünen Papageien, die einen unglaublichen Krach machen.
Wenn man Glück hat, kann man hier auch Wale sehen. Mal schauen.

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Nachdem Burkhard in La Paloma seinen südamerikanischen Männerschnupfen auskuriert hat, fahren wir weiter nach Valizas und treffen dort wieder mit unseren Lieblingsbasken, Marie-Karmen und Julen.
Valizas taucht zwar nicht in unserem Reiseführer auf, ist aber ein nettes, kleines Örtchen und ein toller Ausgangspunkt, um Ausflüge in die Umgebung zu machen.
Zum Beispiel in die Dünen in des Nationalparks Cabo Polonio (per Pferd), um die Seelöwenkolonien anzuschauen,
oder zum Monte de Ombués (per Boot), dem wahrscheinlich weltweit einzigem Wald, der aus Solitärbäumen besteht,
oder nach Punta del Diablo (per Auto), ein sehr entspannter (Hippie- und Surfer-) Ort mit freundlichen Leuten und einer erstklassigen Cocktailbar!

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Letzte Station an der Costa del Oro ist der Nationalpark „Santa Teresa“.Er wird im Reiseführer als „ruhig und wild“ beschrieben. Da in jedem zweiten Baum ein riesiges Papageien-Nest hängt (und hier stehen viele Bäume!) und Papageien (wie bereits erwähnt) einen ziemlichen Krach machen können, ist es hier eher weniger ruhig. Außer Papageien-Nestern ist in dem 1050 ha großen Naturschutzgebiet noch eine große historische Festungsanlage zu besichtigen. Zeitgleich mit uns war auch eine (größtenteils asiatische) Unesco-Komission vor Ort, die sich die Festung zwecks Anerkennung als Weltkulturerbe angeschaut hat- und prompt werden wir von einem südkoreanischen Pärchen auf deutsch angesprochen. Beide haben in Deutschland studiert, sind mittlerweile Festungsexperten und seitdem im Namen der Unesco unterwegs. Die Welt ist klein!

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