Paraguay – das Land, bei dem es am schwersten war, überhaupt einen Reiseführer zu finden!
(Der Einzige, der einigermaßen aktuell ist, ist der englischsprachige von Margaret Hebblethwaite in der Zweitauflage von 2014.)
Und da fast niemand Paraguay kennt, hier- ganz pädagogisch- noch ein paar Infos:
Paraguay liegt im Herzen des Kontinents (angrenzende Nachbarn: Brasilien, Argentinien und Bolivien).
Das Land ist als einziges südamerikanisches Land bilingual: es werden Guarani und Spanisch gesprochen;
Der Rio Paraguay teilt das Land in einen östlichen Teil, in dem 97 % der Bevölkerung leben und einen westlichen (wüstenartigen) Teil, in dem sich die restlichen 3 % befinden.
Paraguay besitzt eine hohe Biodiversität. Man unterteilt in fünf Regionen: den wüstenartigen Chaco (im Westen), Pampas (große Grasflächen) im Süden, Cerrado (Trockenwälder) im Nordosten, Pantanal (Sumpflandschaft) im Norden und Atlantischer Regenwald im östlichsten Osten. Es gibt mittlerweile viele private und staatliche Naturschutzgebiete – allerdings gehört Paraguay auch zu den Ländern, in denen in den letzten 60 Jahren am meisten Regenwald abgeholzt wurde (es besteht nur noch 9% des ursprünglichen Bestandes!).
Sonstiges:
Das Nationalgetränk ist Tereré, eine Art kalter Mate-Tee:
Man bekommt einen Becher („guampa“), gefüllt mit zerstoßenen Teeblättern („yerba“), in dem ein spezieller Strohhalm aus Metall (mit Sieb) steckt („bombilla“), und die dazugehörige Thermoskanne mit Eis-Wasser. Dann wird der Becher mit ein paar Pumpstößen aus der Kanne aufgefüllt und fertig ist der Tereré. Ein weiterer Unterschied zum (heißen) argentinischen Matetee: Paraguayer trinken keinen Zucker drin.
(Wenn die Temperaturen unter 25 Grad liegen, gibt´s den Tee aber auch in heiß. Dann heißt er auch wieder „Mate“- aber immer noch ohne Zucker.)
Das Nationalinstrument ist die paraguayische Harfe, eine Abwandlung der barocken Harfe, die die Jesuiten zu Beginn des 17.Jahrhunderts nach Paraguay mitbrachten.
(Apropos Jesuiten: sie haben hier ganze Arbeit geleistet- 87% der Bevölkerung sind katholisch.)
Nationalsport Nummer 1 ist Fußball. Die Stärke der paraguayischen Nationalmannschaft liegt in ihrer unnachgiebigen Defensive.
(2011 kamen sie bei der Copa America ins Finale, ohne ein Tor geschossen zu haben.)
Ach ja, noch eine Besonderheit: bei Regen geht hier gar nix mehr.
Das heißt, wenn es regnet oder kurz nachdem es geregnet hat oder es so aussieht, als würde es regnen, gelten alle Aktivitäten automatisch als abgesagt (Schule, Arbeit, Verabredungen…), da die Straßen nicht mehr zu befahren sind. Das gilt vor allem für die Buckelpisten und Staubstraßen auf dem Land.
(Wobei es in Paraguay mittlerweile auch viele neue, geteerte Straßen gibt, die v.a. wichtige Verkehrsknotenpunkte verbinden. Selbst die Trans-Chico ist teilweise geteert.)
Und: Mittagessen gibt´s immer um 12:00.
Quasi wie dahemm.