Peru / Lima

Lima, nach Kairo die zweitgrößte Wüstenstadt der Erde, wurde von dem spanischen Eroberer Francisco Pizarro gegründet – als er hier 1535 an Land kam, zeichnete er mit seinem Degen einen quadratischen Grundriss in den Wüstenboden und fertig war Lima!

Die Lage des Ortes war strategisch gewählt: küstennah, in der Nähe das fruchtbaren Tales des Rio Rimac und unweit der Zentralanden. Die Stadt beherbergte zunächst nur ein Dutzend Eroberer. Heutzutage hat Lima nicht nur über 9 Millionen Einwohner, sondern verfügt auch über eine denkmalgeschützte Innenstadt und eine Auswahl an sehr guten Museen und und hervorragenden Restaurants.

Wir starten mit einer Stadbesichtigung, wählen die bequeme Variante und setzen uns in einen Touri-Bus.
Über die wohlhabenden Stadtviertel „Miraflores“ und „San Isidro“ geht es ins historische Zentrum Limas.

Im Herz der Altstadt liegt die Plaza Mayor, ehemals Mittelpunkt des öffentlichen Lebens.

Von hier aus verlaufen die Straßen schachbrettmusterartig in alle vier Himmelsrichtungen. Der reich verzierte Brunnen in der Mitte der Plaza stammt aus dem Jahr 1650 und ist Nullpunkt aller Entfernungen in Peru. Die Plaza gilt als der schönste Platz Limas und hier finden, eingerahmt von Regierungspalast, Kathedrale und Rathaus, regelmäßig Paraden statt.

Besonders bekannt ist Limas historisches Zentrum für seine kolonialzeitlichen Balkone aus dem 17. Jahrhundert.
Diese „Miradore“ waren damals deshalb so beliebt, weil man aus den holzvergitterten Fenstern das Leben auf der Straße beobachtet konnte, ohne selbst gesehen zu werden. Es gibt davon über 300, die sich gelegentlich auch um die Ecken der Häuser fortsetzen. Um die denkmalgeschützten Fassaden zu erhalten, kam die Stadtverwaltung auf die Idee das Programm „Adoptieren Sie einen Balkon“ ins Leben zu rufen. Damit konnten erfolgreich private Spender mobilisiert werden, um die Renovierung der teils verfallenen Balkone zu finanzieren.

Barranco, das Künstlerviertel, wirkt eher gemütlich.
Kleine Gassen und viele Gebäude aus dem 18. und 19.Jahrhundert lassen einen ganz vergessen, dass man sich in einer Millionen-Stadt befindet. Außerdem gibt es hier viele kleine Läden, u.a. eine Kaffeerösterei, in der wir seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder richtig guten Kaffee bekommen! (Meist findet man in Südamerika fast ausschließlich löslichen Pulverkaffee, da der Großteil der Kaffeebohnen exportiert wird.)

 

 

Zum Abschluss des Tages gehen wir an der Uferpromenade von Miraflores spazieren und werfen einen Blick auf die neblige Küste.
(Bodennebel ist in Lima von April bis November keine Seltenheit. Das liegt am kalten Humboldtstrom, der die warme Luft abkühlt und sie daran hindert aufzusteigen. Aber ein Gutes hat es trotzdem: wegen Selbigem ist der peruanische Pazifik besonders reich an Fischen und Meeresgetier und die Restaurants ebenfalls!)

 

Da es in Lima viele Museen gibt, haben wir die Qual der Wahl und entscheiden uns letztendlich für das das private „Museo Rafael Larco Herrera“.


Als eines der abwechslungsreichsten und modernsten Museen Perus bietet es einen guten Einstieg in die faszinierende Geschichte des Landes. Neben über 50 000 präkolumbianischen Exponaten aus verschiedenen Epochen ist hier auch eine Sammlung erotischer Keramikskulpturen der Mochica zu sehen. (Aktuell arbeitet die Völkinger Hütte im Rahmen der Ausstellung „Inkagold“ eng mit dem Larco Museum zusammen.)

Beeindruckend ist auch der Blick ins Archiv. In den Regelreihen lagern unzählige Ausgrabungsgegenstände…

Auf unserer kulinarische Entdeckungsreise durch Lima lernen wir, wie man das peruanische Nationalgetränk Pisco Sour (Traubenschnaps mit Limettensaft, Zucker & Eiweiß) & den peruanischen kulinarischen Exportschlager Ceviche (in Zwiebeln und Limettensaft eingelegter roher Fisch) zubereitet…

… wir besuchen das Restaurant „Astrid & Gaston“…
(Hier kocht einer der besten und beliebtesten Köche Perus! Gaston ist quasi Nationalheld und hat die peruanische Küche in den letzten Jahrzehnten revolutioniert. Gemeinsam mit seiner deutschen Frau Astrid (spezialisiert auf alles Süße) ist er mittlerweile Besitzer eines ganzen Koch-Imperiums! Als Astrid uns als Nachtisch eine Auswahl ihrer Pralinen bringt, erzählt sie uns, dass sie schon garnicht mehr weiß, wie viele Restaurants sie überhaupt haben…)

…und essen uns im Restaurant „Amaz“ unerschrocken durch exotische Gerichte aus dem Amazonasbecken.